Der HRW Laupheim gewinnt sein letztes Heimspiel der Saison gegen den VfL Pfullingen 2 souverän mit 37:29 (22:11) und bleibt damit in der Rottumhalle ungeschlagen. Die Entscheidung im Aufstiegsrennen fällt nun am letzten Spieltag.
Es war alles angerichtet für einen unterhaltsamen Handballabend und sogar eine mögliche Meisterfeier in Laupheim: Rund 500 Zuschauer strömten in die Rottumhalle, die zweite Mannschaft hatte mit einem Sieg vorgelegt und die Tanzgruppen der Laupheimer Passion Danceschool stimmten mit eindrucksvollen Auftritten auf das so wichtige letzte Heimspiel des HRW ein.
Der Wille, auch ein letztes Mal in dieser Spielzeit zuhause ungeschlagen zu bleiben, war den Rot-Weißen von Minute eins an anzumerken.
Von Beginn an übernahm der HRW die Führung und zog mit einem starken Lauf von 5:3 (6. Minute) auf 12:3 (17.) davon. Grundlage dafür war einmal mehr eine aufmerksame Abwehr, die Ballgewinne erzwang und schnelle Gegenstöße ermöglichte. Dahinter war erneut Torhüter Bucher ein sicherer Rückhalt. So betrug die Führung der Gastgeber beim 15:5 schon nach 20 Minuten zehn Tore. Auch eine zwischenzeitliche Manndeckung der Gäste brachte die Rot-Weißen nicht aus dem Konzept, stattdessen fanden sie immer wieder gute Lösungen, ließen Ball und Gegner laufen und hielten das Tempo hoch.
Daher war auch der beeindruckende Halbzeitstand von 22:11 durchaus gerechtfertigt, bis dahin fanden nur schwache 45% der Pfullinger Würfe ihren Weg ins Tor.
Die zweite Halbzeit startete furios. Insgesamt fielen in den ersten drei Minuten sieben Treffer, fünf davon für den VfL, der mehrere Laupheimer Fehler nutzte und wieder etwas herankam. In der Folge zog der HRW allerdings erneut sein gewohntes Spiel auf und stellte den alten Zehn-Tore-Vorsprung schnell wieder her.
Erst in der Schlussphase wurde es noch einmal hektischer. Pfullingen stellte erneut auf eine offensive Manndeckung um, kämpfte sich in die Partie und brachte mehr Unruhe ins Spiel. Die Partie wurde zerfahrener und teilweise hitzig, doch die Laupheimer behielten die Kontrolle und brachten ihren Vorsprung letztlich ungefährdet ins Ziel.
Nachdem die Laupheimer das ganze Spiel in Front gelegen hatten, durften sie sich nach dem Treffer zum 37:29-Endstand durch David Schmutz ein letztes Mal von den heimischen Fans feiern lassen.
Nach dem Schlusspfiff stand jedoch nicht nur der sportliche Erfolg im Mittelpunkt. Trainer Tobias Meiners sowie Fabian Federle und Luca Geiß wurden vom Vorstandsvorsitzenden Helge Stührmann feierlich verabschiedet. Geiß trug in seinem letzten Heimspiel mit fünf Toren maßgeblich zum Sieg bei, während sich auch Federle in der zweiten Halbzeit nochmal mit mehreren Paraden auszeichnen konnte.
Auch Trainer Meiners zeigte sich zufrieden mit seinem letzten Heimspiel an der Seitenlinie der Laupheimer. „Unser Plan ist aufgegangen, wir haben wieder sehr gut ins Spiel gefunden – so, wie es im letzten Heimspiel sein soll“, so der scheidende HRW-Coach. „Es war uns wichtig, dass wir zuhause ungeschlagen bleiben und die zwei Punkte einfahren, um am letzten Spieltag alles in der eigenen Hand zu haben.“
Vor der besonderen Atmosphäre in der Rottumhalle sei es einmal mehr „einfach schön“ gewesen.
Der ganz große Traum einer verfrühten Meisterschaft daheim war den Rot-Weißen hingegen nicht vergönnt. So setzte sich Verfolger Bartenbach im Parallelspiel mit 31:28 gegen die SG Hofen/Hüttlingen durch – obwohl Hofen nach einer Aufholjagd zwei Minuten vor Schluss noch einmal auf ein Tor herankam und der ersehnten Überraschung sehr nahe kam. So aber wurde die Entscheidung im Meisterschaftskampf ein letztes Mal vertagt und wird am kommenden Sonntag fallen. Dann gastiert der HRW zu einem schweren Auswärtsspiel bei der SG Herbrechtingen-Bolheim. Zeitgleich ist der TSV Bartenbach beim letztwöchigen HRW-Gegner Pfullingen 2 gefordert, der der Abstiegszone nun wieder gefährlich nahe kommt.
Es läuft also alles auf den großen Showdown zwischen den beiden Verbandsliga-Überfliegern Laupheim und Bartenbach hinaus. Fest steht außerdem: Den Aufstieg wird die jeweilige Mannschaft auswärts feiern. Auf die erfolgsversprechende Heimkulisse kann der HRW daher nicht vertrauen, hofft daher jedoch auf umso mehr mitreisende Fans, die die Mannschaft auch in der Fremde in die Oberliga leiten sollen. Schon ein Unentschieden beziehungsweise ein Punktverlust Bartenbachs würde Laupheim den sicheren Aufstieg verschaffen. Das Ziel aller Rot-Weißen dürfte aber sein, am Sonntag schnellstmöglich für eine Entscheidung zu sorgen und nicht auf Schützenhilfe angewiesen zu sein.
**HRW:**Bucher, Federle, Krämer – Leno (6), Geiß (5), Masoldt (5), Stührmann (5/4 davon per Siebenmeter), Nokic (4), Mirkov (3), Potic (2), Remane (2), Rodloff (2), Reiner (1), Schmutz (1), Schöferle (1), Durakovic