Showdown am letzten Spieltag – der HRW Laupheim hat den Aufstieg in der eigenen Hand. Auswärts bei der SG Herbrechtingen-Bolheim reicht den Rot-Weißen bereits ein Punkt, um den Durchmarsch in die Oberliga perfekt zu machen.
Vor dem letzten Spieltag bietet sich in der Verbandsliga Staffel III eine Konstellation, die spannender kaum sein könnte. Der HRW Laupheim (42:8 Punkte) und der TSV Bartenbach (41:9) liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Tabellenspitze. Während der Tabellenführer Laupheim in Herbrechtingen antritt, ist Verfolger Bartenbach zeitgleich beim VfL Pfullingen 2 gefordert. Beide Partien werden am Sonntag um 17 Uhr angepfiffen und bedeuten ein Fernduell um die Meisterschaft und den direkten Aufstieg.
Klar ist schon im Voraus, dass die beiden Spitzenreiter die Plätze eins und zwei unter sich ausmachen. Dabei steigt der Erstplatzierte direkt auf, der Tabellenzweite muss in die Relegation mit den anderen Zweitplatzierten der vier Verbandsligastaffeln. Diese vier Teams tragen ein gesondertes Relegationsturnier aus, in dem die besten zwei Mannschaften in die Oberliga aufsteigen.
Am anderen Tabellenende der Verbandsliga sind hingegen bereits erste Entscheidungen gefallen. Esslingen sowie die HSG Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf stehen als Absteiger in die Landesliga fest, der dritte Abstiegsplatz wird dagegen ebenfalls erst am Wochenende vergeben. Hier fällt die Entscheidung zwischen dem TSV Bad Saulgau und dem TV Gerhausen, die in dieser Saison jeweils Derbygegner des HRW waren.
Während die beiden Lokalkonkurrenten gegen den Abstieg kämpfen, ist für Laupheim die Oberliga zum Greifen nahe: Holt der HRW mindestens einen Punkt, ist ihm Platz eins und damit der direkte Aufsteig nicht mehr zu nehmen. Bei einer Niederlage müsste der HRW für den direkten Aufstieg auf Schützenhilfe von Pfullingen 2 hoffen, die eher nicht zu erwarten ist. Denn der VfL 2 hat den Klassenerhalt bereits sicher und war zuletzt gegen den HRW schon deutlich unterlegen. Entsprechend liegt der Fokus der Laupheimer klar auf der eigenen Aufgabe und der Chance, die Meisterschaft aus eigener Kraft klarzumachen.
Doch der Saisonabschluss gegen Herbrechtingen-Bolheim hat es nochmal in sich: Die SG rangiert mit ausgeglichenem Punktekonto (25:25) im gesicherten Mittelfeld und hat tabellarisch nichts mehr zu verlieren.
Eine besondere Verbindung besteht ohnehin zwischen beiden Teams: In der vergangenen Landesliga-Saison lieferten sie sich bis zum letzten Spieltag ein enges Rennen um den Aufstieg. Damals hatte der HRW im direkten Vergleich die Nase vorn und stieg direkt auf, Herbrechtingen-Bolheim musste den Umweg über die Relegation nehmen, schaffte aber über diese ebenfalls den Sprung in die Verbandsliga. Nun könnte Laupheim den nächsten Schritt gehen und den Durchmarsch perfekt machen.
Bei diesem Vorhaben will die SG die Laupheimer jedoch nochmal ärgern. Schon in den vergangenen Duellen wurde es häufig spannend. Das letzte Aufeinandertreffen in Herbrechtingen ist inzwischen über ein Jahr her – damals gewann der HRW wenige Sekunden vor Schluss mit 29:28.
Auch das Hinspiel in Laupheim in dieser Saison gestaltete die SG lange Zeit offen, erst nach 40 Minuten konnte sich der HRW entscheidend absetzen und gewann letztlich mit 35:29.
In den jüngsten Spielen zeigte Herbrechtingen-Bolheim eine durchwachsene Form: Drei Niederlagen aus den letzten fünf Spielen stehen zu Buche, zuletzt unterlag man mit 32:34 beim abstiegsbedrohten Team aus Bad Saulgau.
Der HRW kann hingegen mit Selbstvertrauen in die Partie gehen, immerhin hat die Mannschaft in dieser Saison schon mehrfach gezeigt, dass sie ihre Leistung auch unter Druck abrufen kann. Wichtig wird vor allem sein, einfache Fehler zu vermeiden und konsequent im Torabschluss zu sein.
Beim HRW hofft man für das entscheidende Spiel auf einen möglichst breiten Kader. Zuletzt kehrten mit Kapitän Timo Remane und Max Reiner zwei wichtige Stützen ins Team zurück und konnten direkt wieder Verantwortung übernehmen. Nun hofft man beim HRW, dass auch weitere angeschlagene Spieler wie Marcel Bart und Kenan Durakovic rechtzeitig fit werden.
„Wir konnten noch ein paar angeschlagene Spieler schonen und hoffen aber, dass sie nächste Woche dabei sind und beim letzten Saisonspiel alles reinwerfen können“, betonte Tobias Meiners nach dem Heimsieg in der vergangenen Woche.
Auch die Unterstützung von den Rängen dürfte wieder ein entscheidender Faktor werden, nachdem die Rot-Weißen schon bei den vergangenen Auswärtsfahrten von zahlreichen Fans begleitet wurden. Beim Saisonfinale der vergangenen Saison trat der HRW den Weg sogar mit zwei Bussen an, was nun wiederholt wird. Daher ist die Hoffnung groß, dass erneut über hundert Fans die Auswärtsfahrt auf sich nehmen, die Anmeldung ist über Instagram oder über die Mailadresse info@handball-laupheim.de möglich.
Als gutes Omen für Sonntag erscheinen interessante Parallelen zum letzten Jahr: Auch damals entschied sich der Aufstieg am letzten Spieltag, auch damals fand dieser am 03. Mai statt. Auf den Tag genau ein Jahr nach dem letzten Aufstieg könnte der HRW also auch den Sprung in die Oberliga schaffen. In der vergangenen Saison sicherte sich Laupheim mit einem dramatischen 29:29 in letzter Sekunde den Aufstieg – dieses Mal soll es, wenn es nach den Laupheimern geht, jedoch weniger nervenaufreibend werden.