Der HRW Laupheim gewinnt ein intensives Heimspiel gegen die HSG Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf und setzt im Saisonendspurt ein wichtiges Zeichen. Trotz eines Schockmoments und hartnäckiger Gäste zeigen die Rot-Weißen eine deutliche Steigerung nach der Derbyniederlage.
Dass es kein Selbstläufer werden würde, war den Laupheimern im Vorfeld bewusst. Die HSG steckt tief im Abstiegskampf und präsentierte sich entsprechend kämpferisch, was sich auch im Spielverlauf widerspiegelte. In den ersten 25 Minuten gelang es keiner Mannschaft, sich mit mehr als zwei Toren abzusetzen.
Dabei erwischte der HRW zunächst einen kleinen Dämpfer: Nach einem Treffer ins Gesicht musste Kenan Durakovic mit einer Platzwunde behandelt werden. „Die Verletzung von Kenan war erstmal ein richtiger Schockmoment, das hat man der Mannschaft auch angemerkt“, erklärte Trainer Tobias Meiners nach der Partie. Der Coach der verletzungsgeplagten Laupheimer hatte zuvor schon die Ausfälle von Marcel Bart, Timo Remane, Max Reiner, Nikola Mirkov und Fabian Federle einplanen müssen.
Doch die Laupheimer fanden zurück in die Spur. Gegen die erwartet offensive und aggressive Abwehr der Gäste erarbeiteten sie sich kurz vor der Halbzeit einen Drei-Tore-Vorsprung. Durch einen gehaltenen Siebenmeter sicherte Daniel Krämer, der für die Strafwürfe den starken Nico Bucher ersetzte, den 14:11-Halbzeitstand.
Auch in den Minuten nach Wiederanpfiff setzte sich die Laupheimer Druckphase fort. Symbolisch dafür stand Kenan Durakovic selbst, der nach seiner Behandlung zurückkehrte und direkt wieder Verantwortung übernahm. „Keno ist sinnbildlich für den Charakter, den die Mannschaft über 60 Minuten gezeigt hat“, so Meiners.
Innerhalb von sechs Minuten nach der Halbzeit sorgte der HRW für klare Verhältnisse und zog auf 21:13 davon. Doch die abstiegsgefährdeten Gäste gaben sich nicht auf und kämpften weiterhin leidenschaftlich. Gästetrainer Tobias Talatschek zeigte sich entsprechend stolz: „Zweimal fünf schwache Minuten haben Laupheim gereicht, ansonsten kann ich nicht sagen, dass ich enttäuscht bin.“ Seine junge Mannschaft habe sich über die gesamte Spielzeit hinweg behauptet und bis zur letzten Minute an sich geglaubt.
Zur Aufholjagd kam es letztlich aber nicht mehr, stattdessen durften die rund 500 Fans in der Rottumhalle wieder einmal einen souveränen Heimsieg feiern.
Nachdem der TSV Bartenbach am Samstag mit einem klaren 36:26 gegen den TV Gerhausen vorgelegt und sich kurzzeitig an die Spitze gesetzt hatte, zog der HRW mit dem Sieg nach und behauptete die Tabellenführung.
Im Hinblick auf die verbleibenden drei Spiele sah Meiners im Spiel am Sonntag viele Lichtblicke. „Wir haben hier ein tolles Spiel abgeliefert, jeder war da – egal, ob David Stührmann mit hundertprozentiger Siebenmeter-Quote, Marius Schöferle auf der Mitte, Kenan, der sich wieder zurückkämpft, oder unsere Torhüter mit einer starken Leistung und drei von sechs gehaltenen Siebenmetern“.
Der Mannschaft sei bewusst, in welcher Lage sie sich seit dem Gerhausen-Spiel befindet und könne vieles aus dem Heimsieg ziehen. „Das sind die Geschichten, die wir jetzt brauchen und von denen wir in den nächsten Wochen zehren werden“.
Auch für Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf steht eine spannende Zeit an – allerdings am anderen Ende der Tabelle. Mit 12:34 Punkten auf dem vorletzten Platz braucht die HSG im nächsten Spiel unbedingt Punkte, Gegner ist der HRW-Verfolger TSV Bartenbach.
Das wird für die junge Mannschaft von Trainer Talatschek sicherlich keine einfache Aufgabe, dennoch zog auch er positive Schlüsse aus dem HRW-Spiel. „Ich bin sehr stolz auf meine Truppe, wie sie das über die ganzen sechzig Minuten gemacht hat“, so der HSG-Coach. „Es gab auch schon Spiele, in denen wir komplett auseinandergebrochen sind, deswegen ist es schön, dass wir heute nicht aufgegeben haben und bis zur letzten Minute gekämpft haben“. Für die meisten seiner Spieler sei es das erste Spiel vor einer solchen Atmosphäre wie in der Rottumhalle gewesen.
In der neuen Woche steht für beide Teams die Vorbereitung auf die nächsten schweren Gegner vor, der HRW wird am Samstag (Anpfiff: 20 Uhr) bei der drittplatzierten SG Hofen/Hüttlingen gastieren.
„Jedem sollte bewusst sein, dass wir im Moment in einer Situation sind, in der wir etwas ganz Großes schaffen können“, appellierte Meiners im Anschluss an die Partie. „Deswegen müssen wir in den nächsten Wochen alles abrufen und haben den Grundstein dafür heute gelegt.“
**HRW:**Bucher, Krämer – Durakovic (6), Leno (6), Masoldt (4), Schöferle (4), Stührmann (4/3 davon per Siebenmeter), Schmutz (3), Nokic (2), Potic (2), Geiß (1), Fallah, Remane