Beim hitzigen Auswärtsspiel des HRW in Bad Saulgau war bis zur letzten Sekunde Spannung geboten. Letztendlich setzten sich die Rot-Weißen knapp mit 32:31 durch.
Ein „hitziges, lautes, heißes Spiel“ hatte HRW-Trainer Tobias Meiners vom Derby in Bad Saulgau erwartet – und nichts anderes bekamen die rund 550 Zuschauer in der Kronriedhalle am Samstagabend zu sehen. Von der ersten Sekunde an entwickelte sich eine Derbystimmung, zu der auch ein ganzer Bus voller Laupheimer Fans beitrug.
Aufgrund der Tabellensituation ging der HRW als vermeintlicher Favorit in die Partie, doch die Voraussetzungen waren auch bei den Rot-Weißen nicht ideal. So fiel Kapitän Timo Remane krankheitsbedingt aus und mehrere Spieler gingen angeschlagen in das Spiel.
Von Beginn an legte der TSV ein enormes Tempo vor und riss in den ersten Minuten die Führung an sich, Laupheim antwortete allerdings immer wieder mit dem Ausgleich.
Dass sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte, war bezeichnend für das Spiel – über die gesamten sechzig Minuten hinweg betrug der Abstand zwischen den beiden Teams maximal drei Tore.
Dabei war das Derby allerdings mit einer besonderen Härte verbunden, die der HRW in der ersten Halbzeit immer wieder zu spüren bekam. Erst bekam Kreisläufer Markus Leno einen Ellenbogen ins Gesicht und fiel dadurch für den Rest der ersten Halbzeit aus, dann kam es nach rund sechzehn Minuten zu einem weiteren Aufreger: Kenan Durakovic erzielte erst den Ausgleich für die Laupheimer und traf kurz darauf zur 10:9-Führung für den HRW, wurde dabei allerdings so unglücklich im Gesicht getroffen, dass es für ihn mit einer Platzwunde direkt ins Krankenhaus ging.
„Das war natürlich ein großer Rückschlag“, ordnete Meiners den Ausfall des Rückraumspielers ein, der bis dahin dreimal getroffen hatte. „Umso wichtiger und schöner war es, dass die Mannschaft sich dann weiter reingehängt hat, den Kampf angenommen hat und dementsprechend auch geantwortet hat.“
Tatsächlich blieb der HRW auch ohne den Routinier am Gastgeber dran, ging zur Halbzeit allerdings mit einem 17:18-Rückstand in die Kabine, nachdem TSV-Spieler Niklas Gönner in letzter Sekunde zur Führung für seine Mannschaft getroffen hatte.
An Spannung verlor die Partie auch im zweiten Durchgang nicht, immer wieder wechselte die Führung und die Stimmung in der Halle heizte sich zur Schlussphase hin immer weiter auf.
Als Lebensversicherung für den HRW erwies sich in dieser Phase der eigentlich angeschlagene Marcel Bart, der fünf seiner sieben Treffer in der zweiten Halbzeit erzielte und sich immer wieder im Eins-gegen-Eins durchsetzte. Auch Torhüter Nico Bucher steuerte einige Paraden bei, musste allerdings auch zwei Treffer ins Gesicht einstecken.
Gleichzeitig blieb für die Laupheimer Nikola Mirkov sicher von der Siebenmeterlinie und verwandelte alle seine vier Strafwürfe.
Nachdem Bad Saulgau vier Minuten vor Spielende zum 30:30 ausgeglichen hatte, traf Mirkov erst per Siebenmeter und anschließend aus dem Spiel, wodurch die Rot-Weißen mit zwei Toren Vorsprung in die letzte Spielminute gingen. Durch Marco Weisser verkürzte der TSV tatsächlich nochmal und trieb die Spannung in der Kronriedhalle auf die Spitze. Den folgenden Angriff spielte der HRW natürlich ruhig aus und schien mit einer Auszeit zehn Sekunden vor Schluss schon wie der sichere Sieger. Jedoch bekamen die Gastgeber nach einem Laupheimer Ballverlust fast doch nochmal die Chance zur Überraschung, der letzte Angriff wurde allerdings von der Schlusssirene unterbunden.
Trotz des knappen Ergebnisses zeigte sich HRW-Trainer Meiners im Anschluss zufrieden, hatte aber auch Lob für den Gegner übrig: „Bad Saulgau hat uns mit einem extremen Tempospiel über die erste und zweite Welle in der ersten Halbzeit stark unter Druck gesetzt. Damit haben wir uns sehr schwergetan, hatten keinen optimalen Rückzug“, so der Trainer. „Alles in allem war es dann aber eine geschlossene Mannschaftsleistung, durch die wir uns in diesem hitzigen Spiel durchsetzen konnten.“
Somit bleibt der HRW mit 34:6 Punkten das Maß aller Dinge in der Verbandsliga Staffel III, während der TSV mit Rang zwölf (12:26 Punkte) den direkten Anschluss ans Tabellenmittelfeld verpasst hat. Für die Rot-Weißen steht nun eine spielfreie Woche an, bevor es zum Spitzenspiel gegen den TSV Bartenbach (31:7 Punkte) kommt.
HRW: Bucher, Federle – Bart (7), Mirkov (6/4 davon per Siebenmeter), Nokic (5), Potic (4), Schmutz (4), Durakovic (3), Geiß (1), Leno (1), Schöferle (1), Masoldt, Reiner, Stührmann