Die Handballer des HRW Laupheim waren im Relegationsturnier um den Oberliga-Aufstieg klar unterlegen und werden auch in der kommenden Saison in der Verbandsliga antreten. Dennoch blickt der Verein auf eine unerwartet erfolgreiche Saison zurück.
Mit großen Hoffnungen war die Mannschaft des HRW Laupheim in das Relegationsturnier in der eigenen Halle gegangen, dennoch blieb das erhoffte Happy End einer beeindruckenden Saison aus.
„Es war für uns natürlich sehr schwierig, diesen Nackenschlag vom verpassten Aufstieg am letzten Spieltag zu verarbeiten und sich in dieser kurzen Zeit gleich wieder auf drei neue Gegner vorzubereiten“, gab HRW-Trainer Tobias Meiners nach seinem letzten Auftritt als Cheftrainer der Laupheimer zu. „Trotzdem hatten wir eigentlich eine gute Trainingswoche und es hat eine wahnsinnig gute Stimmung geherrscht, alle waren heiß auf die Relegation.“
Nichtsdestotrotz blieb die Personalsituation bei den Rot-Weißen auch vor dem Turnier angespannt, die Liste der angeschlagenen Spieler besserte sich nur leicht.
Trotz des Feiertages war die Rottumhalle schon morgens gefüllt mit den Fanlagern aller vier Mannschaften, die teils mit mehreren Reisebussen angereist waren und für mächtig Stimmung sorgten.
Der Start in das Turnier verlief dann jedoch ganz anders als erhofft: Gegen den TV Oeffingen lag der HRW schnell mit 0:4 hinten, nachdem er in der Offensive keine seiner klaren Chancen im Tor unterbringen konnte. Immer wieder unterliefen den Laupheimern einfache Fehler oder der gegnerische Torhüter entschärfte die Würfe der HRW-Spieler.
Während der HRW zeitweise zwölf Minuten ohne Treffer blieb, spielte sich Oeffingen förmlich in einen Rausch und erhöhte seine Führung von 6:12 (17.) auf 6:22 (29.). Beflügelt von den lautstarken mitgereisten Anhängern ließ der TV nichts mehr anbrennen und fügte dem HRW mit einem empfindlichen 11:27 den ersten Dämpfer zu.
„Das erste Spiel war sozusagen vielleicht schon der Anfang vom Ende“, berichtete Meiners später. „Nach so einem Ergebnis ist es sehr schwierig, sich da als Mannschaft mental wieder herauszuarbeiten.“
Einen ähnlichen Klassenunterschied zeigte auch das zweite Spiel des Tages, hier siegte der TSV Rot-Malsch mit 28:12 gegen die SG Ohlsbach/Elgersweier.
Gleich danach war der TSV auch gegen den HRW gefordert – für die Laupheimer ging es dabei nach der Auftaktniederlage schon darum, sich mit einem Sieg überhaupt die Chance auf den Aufstieg zu erhalten.
Der Start ins Spiel verlief mit einem 0:3 aus HRW-Sicht ähnlich schlecht wie schon zuvor, allerdings kämpfte sich das Laupheimer Team immer weiter zurück und ging sogar mit einer 11:10-Führung in die Halbzeit. In die zweite Hälfte startete der HRW jedoch erneut unkonzentriert und sah sich schnell wieder mit einem Drei-Tore-Rückstand konfrontiert. Die mehrfache Chance, wieder auszugleichen, ließen die Rot-Weißen aus und mussten sich nach dem 18:21-Endstand schon von allen Aufstiegsträumen verabschieden.
Gegner Rot-Malsch durfte nach Abpfiff hingegen schon den Aufstieg bejubeln. Nachdem in der Folge der TV Oeffingen gegen Ohlsbach/Elgersweier siegte, kannte auch beim TV die Freude kein Ende und Oeffingen durfte gemeinsam mit der lautstarken Fangemeinde den Aufstieg bejubeln.
Da die Entscheidungen nun schon gefallen waren, ging es in den letzten beiden Partien sportlich um nichts mehr – das Duell der Aufsteiger entschied der TSV Rot-Malsch mit 24:19 für sich, während der HRW gegen Ohlsbach/Elgersweier sein Personal schonte und mit einem 21:30 ein drittes Mal sieglos blieb.
„Die Jungs haben alles versucht heute, aber wie schon gegen Herbrechtingen hat es einfach nicht sein sollen“, fand Meiners trotz der Enttäuschung Lob für seine Mannschaft. „Das Wichtige ist, einfach nochmal hervorzuheben, was für eine tolle Saison wir als Aufsteiger gespielt haben – lange Zeit sogar auf dem ersten Tabellenplatz“.
Die lange und kräfteraubende Saison mit vielen verletzungsbedingten Ausfällen habe sich am Ende bemerkbar gemacht, sodass die Mannschaft ihr volles Potenzial letztendlich nicht mehr ausschöpfen konnte.
Nach Abschluss des Turniers wurde erneut den Laupheimer Abgängen Fabian Federle, Luca Geiß und Trainer Tobias Meiners gedankt. Letzterer blickte nach drei Jahren beim HRW dankbar auf seine Zeit in Laupheim zurück: „Es war eine schöne Zeit und inzwischen auch ein Nach-Hause-Kommen für mich, deswegen gehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir haben sehr viel erreicht und ich glaube daran, dass der Weg noch nicht vorbei ist, daher werde ich in der nächsten Saison auf jeden Fall das ein oder andere Mal von der Tribüne aus zuschauen.“
Unter Meiners hatte der HRW in seinem ersten Jahr gerade so die Klasse in der Landesliga gehalten, nach einem personellen Umbruch zur folgenden Saison war dann eigentlich nur der erneute Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. Stattdessen sicherte das die Laupheimer Mannschaft aber am letzten Spieltag den Aufstieg in die Verbandsliga und führte diese als Aufsteiger lange an. Dass es am Ende nicht zum erneuten Aufstieg reichte, schmälert die beeindruckende Leistung über die gesamte Saison hinweg nicht.
„Ich hoffe, die Mannschaft wächst an dem, was sie in dieser Saison durchgestanden hat – nicht nur in den letzten Wochen, sondern über die gesamte Spielzeit hinweg“, so Meiners. „Sie hat gezeigt, zu was sie fähig ist, besonders zusammen mit dem tollen Publikum.“