Mit einer Serie von elf Spielen ohne Niederlage ging der HRW als klarer Favorit in das Derby gegen den TV Gerhausen. Nicht zuletzt nach dem beinahe perfekten Spiel beim 40:28 gegen den TV Bartenbach stellte sich die Frage, ob der HRW in dieser Form überhaupt zu bezwingen ist.
Wie sich beim 34:35 (13:16) gegen den TV Gerhausen herausstellte, ist der Überflieger aus Laupheim an einem schlechten Tag doch noch zu schlagen.
„Wir wissen, wie solche Derbys laufen können“, hatte HRW-Coach Tobias Meiners vor dem Spiel noch gemahnt. Wohl auch im Hinblick auf den knappen 32:31-Sieg im Derby gegen Bad Saulgau vor drei Wochen war der Laupheimer Trainer gewarnt. Dass Derbys bekanntlich ihre eigenen Regeln haben, zeigte sich am Sonntag ein weiteres Mal.
Schon in den Anfangsminuten zeichnete sich ein schweres Spiel für die Laupheimer ab, denn die aggressive Abwehr der Gastgeber zwang die Meiners-Sieben früh zu Fehlern. So gelang Gerhausen die frühe 2:0-Führung, die der HRW mit starken drei Minuten jedoch gleich wieder zum 4:2 aus Laupheimer Sicht konterte. Dann schlichen sich aber immer häufiger leichte Fehler ins Spiel des HRW ein, unter anderem landete ein Laupheimer Anspiel direkt in den Händen des Gegners, wodurch der TVG umgehend auf 10:6 davonzog.
Während den Gästen aus Laupheim die wachsende Unsicherheit anzumerken war, profitierte Gerhausen von der vollen Halle und legte immer wieder vor. So konnte Marius Schöferle dem HRW mit einem Hüftwurf vor dem Pausenpfiff nur noch ein 13:16 zur Halbzeit retten.
Auch nach Wiederanpfiff fanden die Rot-Weißen erstmal nicht so recht in die Partie. Gerhausen hingegen wirkte präsent in der Abwehr und wahrte, angetrieben von den heimischen Fans, den Vorsprung.
Doch auch die vielen mitgereisten Laupheimer Fans sorgten für reichlich Derbystimmung. Spätestens, als der HRW in der 42. Minute durch Nikola Potic nach einem 4-Tore-Rückstand das 24:25 machten, hatte die Laupheimer Mannschaft die lautstarke Unterstützung des Rot-Weißen Blocks im Rücken. Angetrieben von dieser Emotionalität hielt das HRW-Team von nun an mit und glich immer wieder aus. Nach 45 Minuten sorgte Kenan Durakovic sogar noch für die umjubelte 27:26-Führung der Gäste. Diese kamen jedoch mit drei Treffern am Stück zurück in Führung.
Es folgte ein Herzschlagfinale in der Crunchtime: Laupheim hatte mehrfach die Chance, auszugleichen oder zumindest zum Anschluss zu treffen, doch mehrmals hatten die Rot-Weißen Pech mit Pfostentreffern. In der nun stabileren Abwehr gelangen hingegen immer wieder Ballgewinne, die folgenden Angriffe wurden jedoch oft zu hektisch ausgespielt und resultierten im erneuten Ballverlust.
So nutzte Meiners zwei Minuten vor Spielende nochmals eine Auszeit, um neue Impulse für die Schlussphase zu geben. Daraufhin traf der HRW auch zum 32:33-Anschlusstreffer, der TVG hatte jedoch immer eine Antwort parat und nahm zwanzig Sekunden vor Ende beim Stand von 33:34 aus HRW-Sicht die letzte Auszeit.
Aufgrund des Zeitspiels suchte Gerhausen nach einem schnellen Abschluss. Den Wurf aus dem Rückraum berührte der Laupheimer Block sogar noch, konnte ihn allerdings nur ins eigene Tor abfälschen, was den Sieg von Gerhausen besiegelte. Durch Kenan Durakovic gelang zwar noch der schnelle Anschlusstreffer, die Schlusssirene beendete dann aber alle Laupheimer Comeback-Hoffnungen.
„Grundsätzlich hatte Gerhausen einfach die paar Prozent mehr Wille, das Spiel zu gewinnen“, befand Meiners nach der Partie. In der Laupheimer Mannschaft sei die Einstellung hingegen nicht optimal gewesen. „Wir sind zu fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen, hatten zu viele Fehlwürfe, zu viele einfache technische Fehler, in der ersten wie auch in der zweiten Halbzeit – besonders in den Momenten, in denen wir das Spiel drehen können“, so der Laupheimer Trainer.
Zur ganzen Wahrheit gehört jedoch auch, dass Meiners am Sonntag erneut einige wichtige Spieler nicht zur Verfügung standen. So konnten die verletzten Timo Remane, Marcel Bart und Max Reiner das Spiel nur von der Tribüne aus verfolgen, außerdem fehlte Torwart Fabian Federle.
Mit der Niederlage entgeht dem HRW ein möglicherweise wichtiger Punkt, denn der TSV Bartenbach siegte am Wochenende mit 41:34 gegen Ober-/Unterhausen und rückt mit 35:9 Punkten wieder auf einen Zähler an die Laupheimer (36:8 Punkte) heran.
Da nur der jeweils Tabellenerste der Verbandsligen sicher aufsteigt, wird es nun nochmal richtig spannend im Kampf um Platz eins. Somit sollte sich der HRW in seinem Restprogramm der letzten vier Spieltage möglichst keine Fehler mehr leisten und beweisen, dass das Derby lediglich ein Ausrutscher war. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am 12.04. vor heimischem Publikum in der Rottumhalle – immerhin die Heimsieg-Serie besteht nach wie vor.
HRW: Bucher, Krämer – Potic (11), Durakovic (10), Mirkov (4/3 davon per Siebenmeter), Nokic (3), Masoldt (2), Rodloff (2), Geiß (1), Schöferle (1), Leno, Schmutz, Stührmann