In einem begeisternden Spiel hat der HRW Laupheim am Sonntag seinen Verfolger TSV Bartenbach mit einem deutlichen 40:28 (19:12) distanziert. Vor einer beeindruckenden Kulisse zeigten die Laupheimer ihre Heimstärke und setzten ihre Ungeschlagen-Serie auch gegen den Konkurrenten fort.
So unterschiedlich die Gefühlswelten der beiden Trainer nach dem Spiel gewesen sein dürften, waren sich die Coaches vom HRW Laupheim und dem TSV Bartenbach in einem Punkt schnell einig: „Großes Lob an die Halle und das Publikum. Ich finde es toll, wenn man in dieser Liga vor so vielen Menschen spielen darf“, so Ralf Rascher vom TSV. Und auch sein Gegenüber Tobias Meiners hatte nur lobende Worte für die rund 800 Zuschauer übrig, die am Sonntag trotz gutem Wetter die Rottumhalle fast an ihre Kapazitätsgrenze brachten. „Wir haben heute wahnsinnig von der Halle profitiert, vielen Dank an alle Fans, die heute da waren und das möglich gemacht haben“.
Schon im Voraus hatte das Spitzenspiel zwischen dem Ersten und Zweiten große Unterhaltung versprochen und die vielen Laupheimer Unterstützer wurden nicht enttäuscht. Insgesamt sahen sie eine Machtdemonstration ihrer Mannschaft, die in dieser Form wohl die wenigsten erwartet hätten.
Innerhalb der letzten anderthalb Wochen hatte der HRW nämlich einige personelle Rückschläge zu verkraften: Mit Max Reiner, Marcel Bart und Timo Remane fielen bei den Laupheimern gleich drei wichtige Führungsspieler aus und werden womöglich über mehrere Wochen fehlen. Doch auch die Gäste hatten schwierige Voraussetzungen – durch vier Ausfälle im Innenblock musste TSV-Trainer Rascher improvisieren und zog Spieler aus der zweiten und dritten Mannschaft heran.
An Qualität mangelte es dem Spiel in der Anfangsphase dennoch nicht: Die Teams begegneten sich auf Augenhöhe, bereits beim 3:3 nach acht Minuten schien sich das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen abzuzeichnen. So ging es erst einmal auch weiter, jedoch konnte der HRW die Fehler des Gegners besser nutzen und setzte sich nach sechzehn Minuten erstmals mit vier Toren ab (11:7). Davon ließen sich die Gäste allerdings nicht abschrecken und kamen durch drei Treffer binnen anderthalb Minuten wieder auf 11:10 heran. Viele leichte Gegentreffer zwangen in dieser Phase Tobias Meiners zu seiner ersten Auszeit.
TSV-Coach Rascher hingegen konnte bis dahin zufrieden sein mit der Leistung seiner Mannschaft: „Wenn man die ersten 20 Minuten anschaut, haben wir zurecht Siegesambitionen gehabt“, befand er nach dem Spiel.
Dann jedoch folgte der Einbruch der Mannschaft aus Bartenbach. Von der dreiundzwanzigsten Minute an blieb der TSV zwölf Minuten lang ohne Torerfolg, die Laupheimer hingegen nutzten diese Schwächephase für zehn Treffer am Stück. So wurde aus einem 13:12 kurzerhand ein 23:12 und es zeichnete sich ein Laupheimer Kantersieg ab.
Maßgeblichen Anteil daran hatten besonders zwei HRW-Spieler, die ihr Trainer nach dem Spiel nochmals hervorhob. Allein sieben der zehn Tore erzielte Markus Leno, dem Meiners ein „Wahnsinnsspiel“ attestierte. Insgesamt traf der Kreisläufer am Sonntag ganze zwölfmal und war somit bester Torschütze auf dem Platz. In der Defensive hingegen brachte Torhüter Nico Bucher die Bartenbacher immer wieder zum Verzweifeln und kam auf eine herausragende Quote von 39% gehaltenen Bällen. „So eine Torhüterleistung braucht man in einem Spiel wie diesem“, lobte sein Trainer.
Die Gäste ließen trotz des hohen Rückstands nichts unversucht, doch auch die Umstellung auf eine offensivere Deckung stellte die Meiners-Sieben nicht vor größere Probleme.
Der Sieg war in den letzten Minuten daher reine Formsache, dennoch ließen die Laupheimer vor der lautstarken Kulisse nicht nach und machten kurz vor Schluss durch Nikola Mirkov den vierzigsten Treffer zum Endstand von 40:28.
„Laut meiner Statistik hatten wir 38 technische Fehler und Fehlwürfe“, blickte Gästetrainer Rascher auf die Ursache der Niederlage. „Dadurch bringt man den Gegner ins Spiel und dafür ist Laupheim einfach zu stark.“
Dass ein Sieg in dieser Größenordnung wohl auch bei den Laupheimern niemand erwartet hätte, ließ der ungewohnt zufriedene Ton von Meiners erahnen. „Der Matchplan ist heute mal voll aufgegangen“, so der HRW-Trainer. „Das sage ich sonst nie, aber heute gibt es aus meiner Sicht keinen Kritikpunkt, daher ein Riesenlob an die Mannschaft, aber auch an die Halle und die Fans“.
Durch den Sieg bleiben die Rot-Weißen auch im elften Heimspiel der Saison ungeschlagen, ein weiteres Mal übten Mannschaft und Fans ihre Heimmacht aus. Den besonderen Faktor der Atmosphäre in der Rottumhalle machte Meiners auch dafür verantwortlich, dass seine Mannschaft die kurzfristigen Ausfälle kompensieren konnte: „Das hier ist unsere Festung und das hat uns heute einfach nochmal einen Motivationsschub gegeben – auch den Spielern, die bisher noch wenig gespielt haben.“
Mit 36:6 Punkten behält Laupheim somit die Tabellenführung und baut seinen Vorsprung auf Bartenbach (33:9 Punkte) aus. Deren Serie von 16 ungeschlagenen Spielen am Stück ist durch den Sieg des HRW vorerst gerissen.
Da bereits am Samstag die drittplatzierte SG Hofen/Hüttlingen gegen Betzingen verlor und nun bei 29:13 Punkten steht, bleibt die Aufstiegschance dennoch auch für Bartenbach weiterhin groß. Daher blickte auch der TSV-Trainer schnell wieder nach vorne: „Wir schauen von Spiel zu Spiel. Dass wir nach so vielen Spielen und mit unserer Verletzungsmisere auf Platz zwei stehen, hätten wir nie gedacht“, so Rascher.
Für den HRW gehen die turbulenten Wochen gleich am Sonntag weiter. Nach dem Derby gegen Bad Saulgau und dem Spitzenspiel gegen Bartenbach wartet am Wochenende schon das nächste Derby – diesmal beim TV Gerhausen.