Mit einem 29:29 Unentschieden im Spitzenspiel der Verbandsliga gegen den TSV Deizisau haben die Laupheimer Handballer am Samstagabend die Tabellenführung verteidigt und bleiben auch weiter ungeschlagen vor heimischem Publikum.
In einem Herzschlagefinale gelang Daniel Masoldt zwei Sekunden vor dem Ende noch der Ausgleich, nachdem die Gäste mit 27:29 rund 2 Minuten vor dem Ende noch in Front gelegen hatten. Doch eine Zeitstrafe gegen Deizisau und in der Folge zwei Ballverluste der Gäste ermöglichte es den Rot-Weißen zurück ins Spiel zu kommen und sich doch noch einen Punkt in der Rottumhalle zu erkämpfen. HRW-Trainer Tobias Meiners war nach der Partie entsprechend zumindest mit der Einstellung seiner Mannschaft zufrieden: „Die Jungs haben nie aufgegeben, sich trotz mehrfachem Rückstand immer wieder zurückgekämpft, Charakter bewiesen und am Ende den Punkt clever geholt. Allerdings sind 25 Fehlwürfe und Ballverluste im Angriff deutlich zu viel, das müssen wir abstellen in den nächsten Partien. “ Auch Gäste-Trainer Sven Strübin musste am Ende mit der Punkteteilung zufrieden sein, denn auch seine Mannen hatten am Ende wie die Laupheimer eine nur durchschnittliche Chancenverwertung im Angriff gezeigt. Im Spitzenspiel zwischen den Teams mit dem besten Angriff (Laupheim) und der besten Abwehr (Deizisau) zeigten die Gäste wie erwartet ihre unbequeme offensive Abwehrformation, die die Rot-Weißen schon bei der deutlichen 26:35 Hinspielniederlage vor große Probleme gestellt hatte. Gästetorhüter Fabian Bauer zeigte erneute eine starke Leistung wie schon Anfang Oktober, aber auch die Laupheimer Keeper Fabian Federle und Nico Bucher sorgten mit zahlreichen Paraden für eine relativ torarme Partie. Der TSV Deizisau übernahm nach dem Laupheimer 1:0 schnell die Kontrolle über das Spiel und ging seinerseits mit 1:3 in Führung, da die Laupheimer drei klarste Chancen ungenutzt gelassen hatten. Beim 6:8 Rückstand nach 19 Spielminuten hatte Coach Meiners bereits Redebedarf mit seiner Mannschaft, zu wenig giftig war die Abwehr an diesem Abend und die Chancen vorne waren zum Teil zu unsauber vorbereitet. Doch auch klarste Möglichkeiten wie der Strafwurf direkt im Anschluss blieben ungenutzt. Über 6:9 und 9:10 blieb die Partie weiter eng, denn auch Deizisau konnte sich nicht absetzen und Laupheim blieb zumindest in Schlagweite. Luca Geiß netzte 20 Sekunden vor dem Pausenpfiff zum 12:13 Anschluss ein, alles war damit wieder offen. Spätestens als Nicola Mirkov per verwandeltem Strafwurf zum 15:15 erstmals wieder den Ausgleich herstellte, schien das Momentum auf Seiten der Hausherren in der Rottumhalle zu kippen. Doch die Gäste drückten ihrerseits wieder aufs Gaspedal und machten mit viel Dynamik und Geschwindigkeit ihre körperliche Unterlegenheit wett und gingen mit 16:19 in Front. Beim 17:21 nach 42 Spielminuten schienen die Gäste vollends auf die Siegerstraße einzubiegen, doch erneut kippte das Spiel auf die andere Seite: Deizisau erzielte über vier Minuten kein Tor, während Laupheim selbst in Unterzahl zu Treffern kam: Ein 22:22 Unentschieden leuchtete nach 47 Minuten von der Anzeigetafel, sodass die Gäste ihr Heil in einer Auszeit suchten. In der Crunchtime blieb die Partie weiterhin eng und Laupheim kämpfte sich trotz Rückstand immer wieder zurück: Über 24:26, 25:27 und letztlich 27:29 drei Minuten vor Schluss blieben die Gäste am Drücker und hatten den Auswärtssieg eigentlich schon auf dem Präsentierteller. Doch die Heimstärke des HRW kam, wenngleich spät, aber sie kam. Zunächst vergaben die Laupheimer zwei Minuten vor Schluss noch den Anschlusstreffer per Strafwurf, den der eingewechselte Gästekeeper parierte. Die Abwehr stand nun und im nächsten Angriff verhinderten die Deizisauer einen Laupheimer Torerfolg nur auf Kosten einer 2 Minuten-Strafe und eines 7m-Wurfes, den Kapitän Timo Remane eine Minute vor Schluss souverän unter die Latte ins Tor hämmerte zum 28:29. In Unterzahl blieben die Gäste ohne Durchschlagskraft im Angriff, Laupheim ergatterte den Ball und Trainer Meiners rief 13 Sekunden vor Schluss zur Auszeit. Tatsächlich ging dann der besprochene Spielzug auch auf: Laupheims Torhüter blieb auf der Bank, mit 7 gegen 5 Spielern Überzahl wurde Daniel Masoldt auf der linken Außenposition mustergültig freigespielt und die Chance genutzt zum viel umjubelten 29:29 Ausgleich quasi mit der Schlusssirene. Damit bleiben die HRWler zwar an der Tabellenspitze, sind aber nach Minuspunkten nun gleich auf mit dem zweitplatzierten TSV Bartenbach, der spielfrei war und es nächste Woche mit dem wiedererstarkten TSV Deizisau aufnehmen muss. Die Laupheimer müssen zum Tabellenfünften TSV Denkendorf, der einen klaren Auswärtssieg in Bad Saulgau landete.
Es spielten Nico Bucher und Fabian Federle im Tor, Kenan Durakovic (2 Tore), Markus Leno, Max Reiner, David Schmutz (1), Luca Geiß (1), Tarik Nokic (4), Nikola Potic (3), Marcel Bart (4), Nikola Mirkov (4), Timo Remane (5) und Daniel Masoldt (5).
Im Vorspiel hatte der HRW2 in einer engen Partie ebenfalls dank einer starken Schlussphase die TSG Ehingen mit 27:25 niedergerungen.